Endlich zurück?
Was ist nur los mit mir? Im Mai habe ich doch noch “den Rennsteig gerockt”, doch danach war es vorbei mit der Motivation. Zwei Monate habe ich mich mit Schweiß und Mühe von Null auf 100 gebracht, um den Halben zu laufen, meine Zeit von 2:36:00 fand ich für die geringe Vorbereitungszeit einfach toll und ich war richtig stolz auf mich, genoss die Anerkennung; doch dann ließ ich das alles verpuffen…
Zugegeben, so ein Schnellschuss zum HM hat Spuren hinterlassen. Starke Schmerzen danach, noch eine Woche später waren meine Beine wie von Blei gefüllt und vermutlich war mein erster Lauf danach auch einfach nur übertrieben. Ein Leistungstest für ein Trainingsprogramm. Ich habe mich bis zur Erschöpfung gestriezt, Schweiß und Tränen sind kein Ausdruck. Die beiden Großmütterchen auf der Parkbank haben mich vielleicht besorgt angesehen, als ich stöhnend und nach Luft schnappend an ihnen vorbei spurtete.;)
So kann man sich die Lust am Laufen auch ruinieren. In Kombination mit schlechten Lauferfahrungen, wie zum Beispiel Dehydrierung und der Ignoranz einer Straßenverkäuferin, die nach Wasser gefragt keine Hilfe leistet, so dass man sich nach Hause quälen muss und dort mit Schnappatmung ankommt. Daraus habe ich nicht nur den Schluß gezogen, zukünftig selbst bei geringen Distanzen im Sommer Wasser und Geld für den Notfall mitzunehmen, sondern spätestens hier hatte ich mein Negativlauferlebnis par excellence und die Lauflust verpuffte.
Qual verband ich von nun an mit meinen Laufsachen, zumindest unterbewusst. Dann verlief ich mich noch, während eines weiteren Versuchs, der eigentlich richtig positiv verlaufen wäre. Denn der Lauf an sich war klasse, hätte ich danach nicht ewig umherirren müssen. So kam wohl alles zusammen.
Stress in der Uni, ich nahm mir die Zeit nicht mehr zum Joggen, machte ja eh nicht mehr so viel Spaß…
Aber man merkt es relativ schnell, dass einem im Alltag dieses Ventil fehlt, hat man es erstmal für sich entdeckt. Außerdem aß ich so weiter, wie während des Trainings, das machte meine gewonnene Läuferfigur ordentlich zu nichte. In meinem Leben danach hat definitiv was gefehlt, kurzfristige Erfolge, Adrenalin, Endorphin und ein positives Körpergefühl.
Das habe ich auch realisiert und versucht, wieder anzufangen. Ziel: 16km beim Fränkische Schweiz Lauf.
In den letzten 3 Wochen bin ich dennoch nur 3 mal gelaufen. 5 km und trotzdem krebsrot, bei einer Geschwindigkeit von 7,20 min/km. Es war so deprimierend wieder bei nahezu Null anzufangen.
Gestern hat es mir dann gereicht. Am Abend bin ich noch los, wollte mir beweisen, dass ich es noch “drauf” habe. Meinen Läuferflüsterer Ricky als Fahrradbegleitung eingespannt und für 5 km verpflichtet. Insgeheim hatte ich ein anderes Ziel. Spätestens als ich die übliche Runde im Reichswald fortsetzen wollte, wusste er auch, was ich beabsichtigte. Die 10 km mussten es einfach werden. Geschwindigkeit erstmal egal. Auf die 8 min/km bin ich dennoch stolz. Es war natürlich anstengend und vielleicht kein Traumlauf. Aber endlich wieder ein Erfolg. Ich glaube, dass ich den dringend gebraucht habe!
Nun muss ich am Dienstag “einfach” weiter machen! Dann klappt’s auch wieder mit dem Wettkampf. Ich vermute wirklich: ich bin zurück! Auch hier im Blog ;)


17. August 2009
Hallo Susanne,
bis ich gerade gecheckt habe, dass ihr hier zu zweit einen Blog schreibt, hat es einen Moment gedauert ;-)
Das Gefühl, immer wieder von vorn anzufangen, kenne ich auch gut. Bis jetzt habe ich es noch nie geschafft, kontinuierlich in Form zu bleiben…
Also waren die 10km doch schon ein toller Erfolg. Dranbleiben!
Viele Grüße, Anke
17. August 2009
Hallo Anke!
Ja-das glaube ich gerne – war im ersten Moment sicher verwirrend. ;)
Als ich noch aktiver war, habe ich hier regelmäßig geschrieben – doch mit der Laufflaute hatte ich mich auch aus unserem Blog zurückgezogen. Die altem Beiträge müssen wir, sobald wir mehr Zeit haben, noch in den
“neuen” Blog integrieren.
Ich find’s total klasse, dass ich heute gar keinen Muskelkater habe, ich hatte schon bedenken.
Aber mir geht es gut und ich kann es kaum erwarten, morgen wieder zu laufen. Das Gefühl hatte ich schon lange nicht mehr.
Woran meist du, liegt es denn, dass du nicht am Ball bleibst?
Viele Grüße und ich schick dir einen Schwung Motivation mit!
Sunny
19. August 2009
Woran es liegen könnte?
Hm, wenn ich das mal so wüsste. Irgendwie habe ich kein besonderes Ziel, laufe häufig allein – wenn ich dann (vor allem im Winter) nur die “Hausstrecken” laufen kann, langweile ich mich schnell.
Ein paarmal musste ich verletzungsbedingt pausieren und habe nicht wieder den Dreh bekommen, wieder anzufangen.
Momentan läuft’s ganz gut, vielleicht peile ich mal einen 10km-Lauf an Silvester an. Unter ner Stunde werde ich es wohl nicht schaffen, wäre aber mal ein ambitioniertes Ziel für mich…
Toll, dass du keinen Muskelkater hattest, ich habe momentan fast nach jedem Lauf welchen (so’n bisschen an der Hüfte)…
Viele Grüße aus dem Ruhrpott,
Anke