Rennsteiglauf 2009
Nun war es endlich soweit. Der große Tag meines ersten HM kam näher. Mein Gewicht war von 105 kg auf immerhin unter 90 kg gesunken. Meine Fitness war sehr gut. Ich konnte mein Training recht gut durchziehen bis auf eine Grippe, die mich 2 Wochen flachgelegt hat. Ich hatte leichte Knieschmerzen rechts und machte mir schon Sorgen was das wohl werden wird.
Nun war der Mai gekommen. Und damit der Rennsteiglauf. Mein erster Halbmarathon. Man mag kaum glauben wie aufgeregt ich war. Fragen über Fragen stellten sich mir:
Würde ich es durchhalten? Welche Zeit kann ich laufen? Werden meine leichten Kniebeschwerden schlimmer? Wie werden mir die Höhenmeter bekommen?
Dort wo niemand läuft
Es hat schon seine Gründe wenn man in einen Ort kommt, wo weit und breit keine Jogger zu sehen sind. Nun hatte ich meinen langen Lauf in einer fremden Stadt zu absolvieren. Als Läufer versuche ich schon vorher mögliche Strecken und Lieblingsstrecken anderer herauszufinden. Tja. Nichts. Zumindest scheint hier niemand zu laufen. Strecken im Netz? Nicht auffindbar. Also dachte ich mir ich laufe einfach einmal los. Mal sehen wohin es mich treibt. Was ich nicht wusste ist, das die Gegend ein einziger Berg ist. Erst geht es steil bergab, was man am Ende natürlich wieder bergauf zurücklegen darf. Aber auch dahinter scheint es kein “geradeaus” zu geben. Entweder steil bergauf oder steil bergab. Das schlaucht natürlich so sehr, das ich nach 16 km schon platt war. Wundervoll. Das wären noch ganze 8 km Kampf und Krampf. Kein Wunder das mir auf der gesamten Strecke nur eine einzige Joggerin aufgefallen ist. Ich habe fast bis ans End gekämpft. 23, 5 sind es geworden. Dann hat mich der Anblick des Ziels zu sehr gereizt.
Ich bin froh ab morgen wieder in gewohnter Umgebung zu laufen.
Hitze oder Regen
Es soll Läufer geben, die es lieben im Regen zu laufen. Die letzten beiden Wochen habe ich ohne Drang danach, die Chance erlebt, dieses Gefühl doch wenigstens nachvollziehen zu können.
Den Rennsteig gerockt!
Durch Buchen Fichten Tannen, so schreit ich durch den Tag,
begegne vielen Freunden, sie sind von meinem Schlag.
Ich jodle kräftig in das Tal, das Echo bringt’s zurück,
den Rennsteig gibt’s ja nur einmal, und nur ein Wanderglück.
So schnell wie das aufregende Rennsteigwochenende begonnen hat, ist es auch schon wieder vorbei. Da bereitet man sich Wochen nur auf dieses Ereignis vor und schon sitze ich wieder hier am heimischen Rechner und versuche alles Revue passieren zu lassen…
Kontrollzwang

“Mein Name ist Susanne und ich bin süchtig nach Pulsuhren.”
So oder so ähnlich müsste ich mich wohl in einer Selbsthilfegruppe vorstellen, in der es darum geht, sich von dieser Technik abzunabeln…


